WAS SEIN DIRIGAT BESONDERS AUSZEICHNETE:
Die sehr gut, aber teilweise doch etwas zu gewichtig und „wagnerisch“ instrumentierte Oper „Hänsel und Gretel“ stellt für jeden Dirigenten eine große Herausforderung dar.
Helge Dorsch hat diese Herausforderung mit Bravour gemeistert.
Die mit Kinderliedern durchwebten Duett-Szenen klangen beschwingt, tänzerisch und mit fast italienischer Leichtigkeit.
Die hochromantische Wald-Szene hingegen atmete wunderbar die Tiefe der deutschen Seele und gab musikalisch einfühlsam das Rauschen und Weben des Waldes wieder.
Beim berühmten Abendsegen spielten die Streicher so zart und beseelt, dass im Publikum kein Laut zu vernehmen war.
In der Hexen-Szene kam dagegen das Groteske perfekt heraus, mit scharf geschliffenen Konturen der Holzbläser, bedrohlich, aber doch mit dem nötigen schwarzen Humor.
Insgesamt kann man sagen, dass der Dirigent des Opera Festivals Buenos Aires, Helge Dorsch, mit seinem brillanten Orchester eine wahre Glanzleistung geboten hat.
Oscar de Gyldenfeldt
Buenos Aires, La Prensa 7. Juli 2024
